Suchen: 

Auf den Spuren der Vergänglichkeit

Peter Riek in der Galerie Pfaff

DSC_0012.jpg
Organisch, morbid, vergänglich. Die künstlerische Welt von Peter Riek ist auf den ersten Blick nicht gerade einladend. Seine Werke tragen Namen wie „kleines Elend“, „mutterseelenallein“ oder „krank“. Der Maler und Zeichner hat diese Themen bewusst gewählt, um einen Gegenpol zu schaffen: zur scheinbar perfekten Welt in der wir leben, die so aber gar nicht existiert. Am vergangenen Freitag, den 28. September
DSC_0230.jpg
Hatte trotz geringem Besuch allen Grund zur Freude: Galerist Jürgen Pfaff.
feierte Riek mit einer neuen Ausstellung in der Galerie Pfaff Vernissage und präsentierte sich als lebensfroher Künstler mit ideenreichen Fragestellungen. „Keine Oberflächen, sondern Inhalte, so vielschichtig, dass sie jedem gerecht werden auch über eine lange Zeit hinweg“, lautet das künstlerische Motto von Peter Riek. Seine Werke sind bewusst gewählte Kontrastpunkte zu unserer scheinbar heilen Welt voller Glanz und Herrlichkeit. Sie entlarven die Symbolik des Besitztums und stellen das Existentielle über das Eigene. „Wir leben in einer hysterischen Zeit voller junger und erfolgreicher Menschen. Dieses Bild deckt sich aber nicht mit der Wirklichkeit, denn zum Leben gehören auch die Schattenseiten“, erklärt Riek, der die Kunst für prädestiniert hält, sich des Themas Vergänglichkeit anzunehmen. Wie Hohn muss ihm der bekannte Werbeslogan vorgekommen sein, den er aktuell künstlerisch persifliert: „Mein, Haus, mein Boot, mein Auto, meine Frau.“ Riek präsentiert in der Galerie Pfaff seine ganz
DSC_0208.jpg
Lebensfroher Künstler mit ideenreichen Fragestellungen: Peter Riek. (r.)
eigene Vorstellung von dieser Analogie. In seinen Werken sind repräsentative Besitztümer nur Oberflächen, Zeichen eigener Größe, definiert durch den äußeren Schein. „Tand“ nennt Riek daher seine insgesamt 13 Zeichnungen zu diesem Thema – schöne Dinge, die keinen Wert haben. Auf goldglänzendem, nur scheinbar kostbarem Untergrund mit wertvoll erscheinenden Rahmen, finden sich Zeichnungen mit einfachen Linien. Mit Minimalem lässt Riek Räumlichkeit entstehen, es geht um dessen Andeutung
mit zeichnerischen Mitteln. Schade nur, dass an diesem verregneten Freitagabend gerade einmal ein Dutzend Interessierte den Weg in die Galerie Pfaff nach Schwarzenbruck fanden. „Ich weiß nicht, ob es am Dauerregen oder am dichten Verkehr liegt. Aber so wenige Besucher hatten wir noch nie“, wunderte sich Galerist Jürgen Pfaff. An der Kunst von Peter Riek jedenfalls kann es nicht gelegen haben. Seine Werke sind erfrischend ehrlich, trotz oder gerade wegen des ungewöhnlichen Themas. Eine interessante Ausstellung, die es lohnt gesehen zu werden.
DSC_0246.jpg
Hier geht´s zu den Bildern der Vernissage
Galerie Pfaff